Spiritualität und Esoterik – Start


Was ist Spiritualität, was ist spirituell ?

Was ist Spiritualität und spirituell

Spiritualität und Selbst-Werdung


Das Verhältnis von Ich-Werdung und Selbst-Werdung


Spiritualität – der Weg vom Ich zum Selbst


Spiritualität, Religion und Esoterik


Was ist spirituell bzw. Spiritualität ? – Bewusstsein


Was ist spirituell bzw. Spiritualität ? – Transzendenz






Spirituell, SpiritualitätBewusstsein und Spiritualität




 

Spiritualität und Selbst-Werdung


Jeder Mensch durchläuft einen zweiphasigen Entwicklungsprozess, bestehend aus Ich-Werdung und Selbst-Werdung. Aus Sicht dieser Zweiteilung findet Spiritualität in der Selbst-Werdung statt.

Spiritualität und spirituell zu leben lässt sich ausgehend von einem grundlegenden menschlichen Entwicklungskonzept her verstehen und erläutern. Ganz grob und die Realität sicherlich vereinfachend, lassen sich zwei Entwicklungsphasen und Lebensrichtungen bzw. Lebensphilosophien unterscheiden. C.G. Jung nannte sie Ich-Werdung und Selbst-Werdung. Es gibt auch andere Bezeichnungen dafür, denn dieser Unterteilung liegt das fundamentale menschliche Entwicklungsprinzip zugrunde, das viele Weise und spirituelle Lehrer schon lange vor Jung gelehrt haben. Man könnte z.B. auch von Abstieg und Aufstieg, Involution und Evolution, Verwicklung und Entwicklung sowie von Verkörperung und Vergeistigung sprechen. Spiritualität findet im jeweils letztgenannten statt, allerdings gibt es wichtige Zusammenhänge zur vorausgehenden Ich-Phase, ohne die man nicht spirituell werden kann. Spirituell leben heißt auch nicht, unentwegt zu meditieren und religiöse oder Eso-Bücher zu verschlingen. Dazu später mehr.

In der Ich-Werdung baut der Mensch eine Ich-Identität und Persönlichkeit auf, Spiritualität spielt im Allgemeinen keine Rolle. Er nimmt soziale Rollen an und entdeckt seine individuellen Eigenschaften und Interessen, die ihn von anderen unterscheiden. Er entwickelt klare Vorstellungen vom Leben und sich selbst. Der Ich-Werdungsmensch entdeckt aber nicht nur seine individuellen Wünsche, körperlichen und emotionalen Bedürfnisse und Interessen, er versucht sie auch aktiv im Leben zu verwirklichen. Er geht wie die Märchenhelden hinaus in die Welt, um sich dort das "Seine" zu erobern. Der Ich-Mensch sucht, findet und verwirklicht seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft, mehr oder weniger erfolgreich. Wie gut ihm das gelingt, ist für unsere Betrachtung nicht so wichtig. Entscheidend ist die persönliche Ausrichtung und die ist nicht spirituell, sondern ich-betont, denn spirituell leben fördert das Ich grundsätzlich nicht. Eine solche Ich-Phase muss nicht zwingend egoistisch-aggressiv sein, auch der Wunsch z.B. die Rolle einer Familienmutter einzunehmen, kann Teil dieser Ich-Werdungsphase sein.

Stellen Sie sich als Beispiel einen 40- oder 50-jährigen Mann vor. Auf die Frage, wer er denn sei, könnte er wie folgt antworten: "Ich bin Lehrer und Familienvater. Ich bin wie mein Vater Lehrer geworden und das verbindet uns stark. Der Beruf gibt mir die Möglichkeit, Wissen zu vermitteln und das ist es, was ich will. Ich bin in einer armen Familie aufgewachsen und genieße jetzt gemeinsam mit meiner Frau das nicht luxuriöse aber doch materiell sorgenfreie Leben. Nach zwei Scheidungen habe ich erkannt, dass die falsche Einstellung zum Geld die Liebe zerstören kann. Die Vaterrolle habe ich nur zögerlich, aber mit zunehmender Freude angenommen. Für Religion und Spiritualität habe ich nicht allzu viel übrig, ich glaube, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Meine Schwächen für Reisen und Wildtiere befriedige ich mit jährlichen Urlaubssafaries in Afrika, meist ohne Familie."
Dieser Mann weiß, wer er ist, hat eine Rolle in der Gesellschaft gefunden und hat einige seiner Ich-Wünsche erfüllt. Seine Ich-Werdung ist also erfolgt. Spiritualität oder ähnliche Themen waren bislang uninteressant, er würde sich sicher nicht als spirituell bezeichnen.

Nach der Ich-Werdung kommt nun die Phase der Selbst-Werdung, die Spiritualität in das Leben einfließen lässt und eine stärker spirituelle Lebensausrichtung mit sich bringt.
Die üblichen Werte wie Karriere, Geld, ein möglichst befriedigendes Sexualleben, harmonische Familie, Akzeptanz im Freundeskreis usw. verlieren für unseren Mann an Bedeutung. Es beginnt eine unruhige, nachdenkliche Suche nach etwas Anderem, einen höheren Lebenssinn, etwas, das über das normale und übliche Leben hinaus geht. Das bisherige Leben wird in Frage gestellt und die Interessen verschieben sich zu Gunsten von Themen, die i.w.S. spirituell, esoterisch, religiös, philosophisch oder evtl. auch psychologisch sind.

Ausgelöst z.B. durch den Tod des Vaters und einer depressiven Phase könnte sich das Leben unseres Beispielsmannes wie folgt ändern. Er eignet sich kein konventionelles Wissen mehr an, wie bisher als intellektueller Lehrer. Er liest nun gelegentlich Bücher über Philosophie, Esoterik und Spiritualität. Eigentlich nicht religiös oder spirituell veranlagt, fragt er sich jetzt, ob und welche Art von Gott es gibt. Wann ist Religion spirituell, was genau macht sie spirituell und wie hat ihn das Christentum geprägt? Wie wurde er psychologisch geprägt durch seine Eltern, war das alles Schicksal? Gibt es Reinkarnation? Seine Freunde trifft er nur noch selten und seine Hobbies gibt er weitgehend auf. Er reist zwar noch, aber nun, um fremde Kulturen und deren Lebensphilosophie zu verstehen. Welche Arten von Liebe – karmische, spirituelle Liebe usw. – gibt es und welche verbindet ihn mit seiner Frau? Gibt es ein Leben nach dem Tod, wo ist sein Vater jetzt? All diese Fragen und Themen beschäftigen ihn jetzt und sie alle münden in Spiritualität. Jetzt beginnt er, spirituell leben zu wollen.

                 
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Das Verhältnis von Ich-Werdung und Selbst-Werdung


Ich-Werdung und die mit Spiritualität einhergehende Selbst-Werdung finden genau genommen ständig beide gleichzeitig statt. Obwohl Ich-Werdung gerade nicht spirituell geprägt ist, ist sie dennoch eine wichtige Voraussetzung für die Selbst-Werdung und deren Spiritualität.

Die beiden oben vorgestellten Phasen finden natürlich nicht streng abgetrennt hintereinander statt. Es sind ständig beide gleichzeitig wirksam, die Frage ist nur, mit welcher Gewichteverteilung. Die meisten Menschen sind zeitlebens zu 90 % mit der Ich-Werdung beschäftigt. Nicht wenige erleben in der sogenannten Midlife-Crisis eine explizite Chance und Herausforderung, Selbst-Werdung anzutreten und Spiritualität anzunehmen, zumindest ein paar spirituelle Züge. Wirklich wahrgenommen wird diese Gelegenheit, spirituell zu werden, meist jedoch nicht.

Spiritualität und Selbst-Werdung setzt voraus, dass vorher Ich-Werdung stattgefunden hat. Es gibt da keine Abkürzung und viele Esoteriker betreiben Weltflucht, statt sich ihren Themen und verdrängten Ich-Wünschen zu stellen. Psychoanalyse und ähnliche Methoden zur Psychotherapie, deren Ziel die Bewusstwerdung unbewusster Persönlichkeitsanteile ist, ist Ich-Werdungsarbeit.

Ich-Werdung ist sinnvoll, natürlich und gut. Nur wer in allen Ehren ein echter Mensch geworden ist und diese Schale bis zur Neige ausgetrunken hat, kann ein authentisches Selbst und echte Spiritualität entwickeln. Dass viele an der Schale hängen und noch eine zweite haben wollen, ist ein anderes Problem. Trotzdem, nur aus einem Saulus kann ein heiliger Paulus werden. Nur eine fertig entwickelte Raupe kann sich zu einem Schmetterling verwandeln. Nur wer ein Ich hat, hat etwas, das sich in ein Selbst verwandeln kann und nur ein stabiles Ich kann Werkzeug des Selbst werden. Wer spirituell leben und werden möchte, sollte sich fragen, ob er denn schon ein Ich geworden ist.

                 
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Spiritualität – der Weg vom Ich zum Selbst


Spiritualität ist (und bewirkt) die Öffnung des Ich gegenüber dem Selbst und die Annahme dessen Qualitäten. Der in diesem Sinne spirituell werdende Mensch überlässt sein Ich dem Selbst, so dass es zum individuellen Ausdruck, Diener und Boten des Selbst wird. Das Ich als menschliche Wahrnehmungs- und Persönlichkeitsstruktur bleibt aber stets erhalten.

Das Ich in der Selbstwerdungsphase identifiziert sich nicht mehr mit den erworbenen und gelebten Ich-Rollen, -Wünschen und -Egoismen. Es zieht sich aus dem üblichen, mehr oder weniger körperlich-materiellen und gefühlsverhafteten Leben zurück. Geistige Interessen gewinnen die Oberhand, der Betreffende wendet sich schrittweise der Spiritualität zu, wird mehr oder weniger spirituell in Verhalten und Lebenseinstellung. Er beginnt nicht nur spirituell zu denken (das ist leicht), sondern kann auch spirituell leben. Ein echter solcher Selbst-Werdungsprozess ist keine Flucht vor der Ich-Werdung, sondern eine reife, oft nur unter Schicksalsdruck stattgefundene Entscheidung.

Das Selbst ist eine Art höheres Ich, deshalb wird es bisweilen auch Höheres Selbst genannt. Es ist im Gegensatz zum Ich das Ganze, es sieht das Leben aus einer höheren, ganzheitlichen Perspektive. Das Selbst ist der spirituelle Kern in jedem Menschen, manche definieren es auch als die Seele. Das Höhere Selbst verhält sich zu Gott wie ein Sonnenstrahl zur Sonne. Es ist ein kleiner, individueller göttlicher Funke, der persönliche Bezugspunkt zu Gott und Spiritualität. Es betrachtet die verschiedenen Leben wie Rollenspiele und ist sich ihrer alle gleichzeitig bewusst, da es multidimensional ist. Es ist nicht wie das Ich hypnotisch fixiert auf ein bestimmtes Leben. Das Selbst bringt das Ich "nach Hause", es ist die Instanz in uns, die quasi von Berufs wegen spirituell orientiert ist und Spiritualität in allen individuellen Facetten verkörpert.

Zunächst nimmt das Ich Kontakt auf mit dem Selbst, dann beginnt es sich mit ihm zu identifizieren und letztlich wird es eins mit ihm. Das Ich wird jedoch auch in fortgeschrittenen Phasen nicht völlig aufgesogen. Solche in östlichen Religionen oder auch Esoterik-Kreisen bisweilen betriebenen Versuche entsprechen m.E. einer falsch verstandenen Spiritualität. Solange man als Mensch lebt, geht es nicht ohne das Ich. Es wird mit zunehmender Spiritualität zwar immer mehr zum Gesandten, Diener und Ausführenden des Selbst, behält aber seine Individualität. Das ist, als ob das Sonnenlicht durch ein individuelles Prisma oder Brennglas fällt und dadurch gebündelt wird in verschiedene Farben und Richtungen.
Stellen Sie sich einen dunklen Kreis in einem größeren hellen Kreis vor. Der kleinere Ich-Kreis dehnt sich zunehmends aus und nähert sich dem Selbst-Kreis an. Selbst wenn die beiden identisch werden sollten – was äußerst selten ist – der Kreisrand des Ich-Kreises, also die Ich-Struktur als solche bleibt bis zum Tod erhalten.

                 
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Spiritualität, Religion und Esoterik


Spiritualität ist stark verknüpft mit Religion und Esoterik. Beide liefern grundsätzlich viel spirituelles Beschäftigungsmaterial, müssen aber selektiv und kritisch hinterfragt werden.

Vom Jung-Modell über Ich- und Selbstwerdung weggehend, bedeutet Spiritualität allgemein, dass eine persönliche Beziehung zu der höheren Macht namens Gott hergestellt wird. Zu diesen göttlichen Qualitäten wächst der Mensch dann über viele Leben hin wie eine Pflanze zum Sonnenlicht. Dies setzt allerdings den Glauben an eine solche göttliche Kraft voraus. Nicht nur, aber insbesondere über diese Glaubensfrage wird Spiritualität häufig eine Frage der Religion und damit auch der Kirche. Spiritualität ist (oder wäre eigentlich) ein natürlicher Aufgabenbereich von Religion und Kirche, das ist wohl unstrittig. Andererseits ist das Ausleben von Spiritualität und der Wunsch, spirituell zu werden, nicht von Religion abhängig und gänzlich ohne die traditionellen Religionen und Kirchen ohne Weiteres möglich.

Spiritualität bedeutet des Weiteren, das Vorhandensein und sinnvolle Wirken dieser göttlichen Kraft überall sehen zu lernen, auch in einem selbst. Diese Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt sich nicht zuletzt durch Kenntnisse über Esoterik und esoterische Lebensgesetze, mehr dazu bei esoterisch – Esoterik zur Vertiefung.

Es gibt eine ganze Reihe von Themen und Interessensgebieten, die für die spirituelle Entwicklung hilfreich sind: Karma & spirituelle Heilung, Reinkarnation (Wiedergeburt, Seelenwanderung), Seele, Meditation, Astrologie, Traumdeutung und die Analytische Psychologie nach C.G. Jung (die auch Traumdeutung umfasst). Besonders hervorheben möchte ich die Traumdeutung, die Gründe hierfür sind auf meiner Website über Traumdeutung ausführlich beschrieben. Ich möchte dazu nur kurz andeuten, dass Traumdeutung psychologische und spirituelle Entwicklungsmöglichkeiten in sich vereint.

Inwieweit all diese Methoden mehr der Spiritualität oder Esoterik zuzuordnen sind, ist nicht so wichtig. Entscheidend ist ohnehin, was in den Begriffen verpackt tatsächlich drin steckt. Gerade Esoterik ist in guter Qualität und damit als nützliche Hilfe für spirituell Interessierte eher schwer zu finden. Sei es im Web oder über Bücher, Spiritualität wird über die Schiene Esoterik meist nicht "genussfertig" präsentiert. Es mag appetitlich aussehen, bekommt einem aber oft nicht gut. Wer sich als Esoteriker bezeichnet, muss noch lange nicht spirituell leben bzw. sein und über Spiritualität Bescheid wissen oder Erfahrungen haben.

                 
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Was ist spirituell bzw. Spiritualität ? – Bewusstsein


Bewusstsein ist ein wesentliches Merkmal von Spiritualität, es darf aber nicht mit Wissen verwechselt werden. Es ist vielmehr das Endprodukt, die Quinta Essentia aus Verstehen, Empfinden und handelnder Erfahrung. Wer ein solches Bewusstsein von sich selbst (seinem Selbst) entwickelt, ist automatisch spirituell.

Bewusstsein ist ein oft benutztes Wort, wenn es um Spiritualität geht und ebenso in esoterischen Kreisen. Aber was genau ist Bewusstsein, wann ist jemand bewusst und damit auch spirituell?
Bewusstsein wird meistens mit Wissen verwechselt, ist tatsächlich aber viel mehr, nämlich das Ergebnis von Verstehen, Handeln und Empfinden, von Körper, Kopf und Bauch. Es ist erforderlich, etwas wirklich und tief zu verstehen und es darüber hinaus auch gefühlsmäßig zu erfassen und zu verarbeiten, wobei vor letzterem evtl. unbewusst zurückgeschreckt wird. Zusätzlich benötigt Bewusstsein das Umsetzen des Themas, von dem Bewusstsein erlangt werden soll, in Handlung. Nur die konkrete Erfahrung über Handeln führt dann zu echtem Verstehen und entsprechende Gefühlsprägung bzw. Gefühlserfassung.
Theoretiker werden also nie von etwas Bewusstsein erlangen und spirituell werden und wirklich spirituell leben können. Spiritualität ist keine Beschränkung auf vergeistigtes Meditieren, sondern vielmehr aktives Leben! Spirituell ist nicht zuletzt, wer bewusst handelt und durch Handeln Bewusstsein erlangt. Bewusstsein ist "bewusstes Sein".

Stellen Sie sich einen Stuntman vor. Er mag vielleicht nicht spirituell sein, aber was er tut, tut er absolut bewusst und deshalb ist er ein gutes Sinnbild für Bewusstein als Charakteristikum von Spiritualität.
Er kennt die Gefahren genau, er weiß genau, welche Kräfte bei welcher Fall-, Fahr- und Fluggeschwindigkeit wirksam sind, wann, wo und wie er springen muss. Er hat sich dieses Wissen in seiner Ausbildung angeeignet. Darüber hinaus hat er es natürlich auch oft genug handelnd geübt und ausprobiert, dabei konkrete Erfahrungen gesammelt, einschließlich blauer Flecken und kleinerer Knochenbrüche. Seine Erfahrungen und Handlungen wiederum haben ihm ein genaues Gefühl seiner Arbeit vermittelt. Er identifiziert sich gefühlsmäßig mit seiner Arbeit und Rolle als Stuntman und er kennt darüber hinaus auch genau die Empfindungen bei einem Stunt, hat vielleicht mit Ängsten gerungen und sie überwunden.
Ein Stuntman, hochkonzentriert vor seinem Stunt, ist in diesem Moment sehr viel bewusster als viele Esoteriker, die das Wort ständig in den Mund nehmen und mit Wissen verwechseln.

Hat nun jemand ein solches Bewusstsein von sich selbst (wer bin ich?), so ist er sicher auch spirituell. Er kennt sich selbst genau, es gibt keine größeren blinden Flecken und unbewusste Stellen. Daher gibt es auch keine Hindernisse zum spirituellen Kern in ihm, dem Höheren Selbst, zumal dieses ebenfalls Objekt seiner Selbstbetrachtung ist. Er hat nun Selbst-Erkenntnis und ist sich seines Selbstes bewusst, ist also selbst-bewusst. Und das Selbst ist wiederum der Träger und Ausdruck von Spiritualität. In dieser Weise hängen Spiritualität und das spirituell sein mit Bewusstsein zusammen.

                 
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Was ist spirituell bzw. Spiritualität ? – Transzendenz


Etwas transzendieren bedeutet, es zu vergeistigen, in eine höhere, feingeistige bzw. feinstoffliche Form zu bringen. Jegliches transzendieren ist daher Ausdruck von Spiritualität und gleichzeitig ein Erzeugen von Spiritualität. Jeder sollte sich selbst als das zentrale Objekt und Subjekt von Transzendenz betrachten.

Ein im Zusammenhang mit Spiritualität fast ebenso häufig benutztes Wort wie Bewusstsein ist Transzendenz. Wer sich für spirituell oder esoterisch hält bzw. ist, nimmt dieses Wort gerne in den Mund. Es klingt in der Tat beeindruckend, doch was bedeutet es?
Lateinisch transcendere heißt so viel wie über etwas hinausgehen, überqueren, überwinden und erhöhen. Transzendieren bedeutet in Anlehnung an seine lateinischen Sprachwurzeln daher allgemein, etwas in eine höhere, geistigere Form zu bringen oder auch sich selbst in solche Sphären, Welten und Bewusstseinszustände zu begeben. Gute spirituelle Astrologie spirituellen Astrologie spielt es ebenfalls eine Rolle.

Transzendent ist alles, was sich der normalen, sinnlichen Wahrnehmung entzieht. Engel sind daher transzendente Wesen. Gott ist für viele ein transzendentes Überwesen, das weit weg irgendwo im Himmel wohnt, jedenfalls außerhalb des Menschen. Religionen, die dieses Gottesbild propagieren, zeigen damit m.E. aber keine Kompetenz von Spiritualität und sollten sich besser nicht als spirituell rühmen. Spirituell leben und spirituelles Vorleben für andere bedarf echter eigener Spiritualität, was religiöse Amtsinhaber nicht zwangsläufig besitzen.

Die Auferstehung von Jesus zum Christus ist der klassische Vorgang der Transzendenz. Wer mit Engeln in Kontakt kommt, hat Kontakt mit transzendenten Realitäten. Gelingt ihm dies nur in tiefer Meditation, sein Bewusstsein nicht auf die Wahrnehmung diesseitiger Erscheinungen gerichtet und es dadurch erhöhend, transzendiert er auch selbst. Zumindest teilweise und vorübergehend. Jedes Einheitserlebnis, ob nun in Meditation, im Traum oder in dieser Realität, ist ein Erlebnis von Transzendenz.

Spiritualität und Transzendenz gehören aber auch zum normalen Leben. So lässt sich z.B. die Psyche transzendieren, wie die Analytische Psychologie von C.G. Jung beweist. Löst jemand ein seelisches Problem durch den Glauben an Gott, durch spirituelle Praktiken oder spirituelle Psychotherapie und kann er das Thema dann auf konstruktive, geistigere Weise leben, so hat er das Problem transzendiert.

Transzendieren ist immer eine Form von nicht-intellektueller Vergeistigung und daher stets ein Akt der Spiritualität. Ein solcher Akt drückt Spiritualität aus und bewirkt sie zugleich.



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