Warum Jesus den Tod am Kreuz wählte

Inhaltsverzeichnis:

  1. Jesus macht das Kreuz zum Evergreen
  2. Ein Akt der Liebe bewegt die Welt
  3. Jesus und das Kreuz bleiben unverstanden
  4. Ein freiwilliger, vollmächtiger „Liebestäter“
  5. Ein Messias kennt sein Schicksal
  6. Niemand glaubt seinen Worten in der Bibel
  7. Wahre Macht besiegt den Tod am Kreuz
  8. Alle lassen Jesus am Kreuz hängen
  9. Selbst Theologen verstehen es nicht wirklich
  10. Die Kirche, verliebt in Jesus am Kreuz
  11. Der Messias als Sündenbock
  12. Jesu Tod als Sündenbock hilft niemandem
  13. Warum hängt die Kirche am Misserfolg?
  14. Jesus nachfolgen und auferstehen
Jesus erleidet den Tod am Kreuz

Jesus macht das Kreuz zum Evergreen

Der in vieler Hinsicht erstaunliche Tod von Jesus am Kreuz wirft die Frage nach dessen Sinn und Bedeutung auf. Nur wenige verstehen die christliche Botschaft wirklich und leben sie.

Jesu Kreuzigung ist eine historische Tatsache. Erst nach Jesu Auferstehung jedoch erkannten seine Anhänger in ihrem Lehrer den seit langem prophezeiten Messias. Der noch heute vielen unverständliche Opfertod und die anschließende Auferstehung führten zum Christentum und veränderten die Welt. Warum hat der Gottessohn das (so) gemacht und wählte einen grausamen Tod am Kreuz? Was ist der tiefere Sinn und die christlich-religiöse Bedeutung all dessen für uns heute?

Ein Akt der Liebe bewegt die Welt

Die Tempelvertreibung ist Anlass, Jesus zum Tod am Kreuz zu verurteilen
Wegen der Tempelvertreibung wird Jesus später verhaftet

Religionsgründer starben fast immer friedlich im hohen Alter und im Kreis ihrer Anhänger. Ein krönender Abschluss für ihr erfülltes Leben. Nicht Jesus.

Er betritt mit ca. 30 Jahren die Bühne, wandert mit seinen Anhängern umher, predigt und heilt, legt sich mit den Autoritäten an, gibt sich als Messias zu erkennen und lässt sich nach nur drei Jahren seines Wirkens hinrichten. Stundenlang quält sich Jesus am Kreuz, ehe ihn der Tod erlöst.

Von Gott auferweckt taucht er ein paar Tage später wieder auf und zeigt sich vielen seiner Anhänger. Völlig gewandelt legen sie für den Rest ihres Lebens das Fundament für die heute größte Weltreligion. Nur wenige Jahrzehnte nach seinem Tod entstehen die Urtexte des Neuen Testamentes. Jesus Christus. Die Macht seiner Liebe hat die Welt verändert. Über niemand wurde mehr geschrieben, philosophiert und nachgedacht, gedichtet, gefilmt und gesungen, aber auch gelogen, gestritten und gekämpft.

Jesus und das Kreuz bleiben unverstanden

Ein Brillant symbolisiert Jesus, der am Kreuz starb
Warum starb Jesus am Kreuz? Der Brillant hat viele Facetten…

Christen fragen sich, welche Bedeutung Jesu Tod für sie heute hat. Geistliche, Theologen und Philosophen beißen nach 2000 Jahren noch immer schwer an den Antworten. Manche sprechen treffend von einem Brillanten mit vielen Facetten: Sein Tod am Kreuz hält viele wertvolle, aber schwierige Erkenntnisse bereit.

Geistliche betonen oft, er sei „für uns gestorben“, wie Paulus es im NT sagt. Jesus selbst offenbart in Worten und Taten eindrücklich den Sinn seiner Kreuzigung. Die Kirche aber deutet lieber ein paar vage Paulusworte … missverständlich und erfolglos.

Sicherlich meint „für uns“ einen uneigennützigen Opfertod zu unseren Gunsten. Leider deutet die christliche Kirche zusätzlich ein „stellvertretend für unsere Sünden“ hinein, was folgenreiche Missverständnisse auslöst. Neben dieser Sündendeutung stoßen christlich Suchende noch auf eine ganz andere Herausforderung: Eigentlich will (fast) keiner verstehen, warum Jesus am Kreuz starb! Genau wie vor 2000 Jahren …

Wer diese beiden Hürden nimmt, findet die zeitlos wichtigste Antwort auf die Frage nach der Bedeutung von Jesu Tod am Kreuz: Einen verbindlichen Weg zu Gott und zur Auferstehung vorgelebt zu haben, dem wir nachfolgen können. Christen können und sollen ihm erfolgreich nachfolgen. Darum ging es Jesus und jeder kann es im NT verständlich nachlesen; ohne die Scheuklappen der Kirche und Theologie.

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Ein freiwilliger, vollmächtiger „Liebestäter“

Jesus war kein unfreiwilliges Opfer überlegener Mächte. Er sah und akzeptierte seinen heilsnotwendigen Tod am Kreuz. Nur in diesem Lichte betrachtet finden wir gute Antworten auf den tieferen Sinn.

Wer nach dem tieferen Sinn von Jesu Tod am Kreuz fragt, sieht vor seinem geistigen Auge immer nur den leidenden Jesus. Der arme Kerl, der sich netterweise für unsere Sünden geopfert hat. In Wahrheit war der Gottessohn weder ein unfreiwilliges Opfer überlegener Feinde noch ein freiwilliges Opfer für unsere Sünden, sondern ein vollmächtiger König und Liebestäter im Auftrag Gottes.

Ein Messias kennt sein Schicksal

Jesus wusste zweifelsohne, dass und warum er am Kreuz sterben würde und „will“. Dank seiner Liebe und Spiritualität hat er zahllose Wunder vollbracht, wie viele glaubwürdige Augenzeugen bestätigen. Er hat die dreifache Verleugnung durch Petrus und die Zerstörung des Tempels 70 n. Chr. sehr konkret und präzise vorhergesehen. Und was immer genau im Grab passiert sein mag, er hat nach drei Tagen wieder gelebt und sich vielen Menschen gezeigt, geredet, gegessen usw.

Statue von Christus, Erlöser und Messias
Erlöser und Messias, aber blind für den nötigen Tod am Kreuz?

Erstaunlich oft und detailliert haben die Propheten des AT vom zukünftigen Messias gesprochen. Jesus hat wissentlich alle Prophezeiungen erfüllt und schlussendlich ganz offen bekannt, der Messias zu sein. Der mit seiner Auferstehung dann „bewiesene“ Messias kannte doch wohl sein eigenes Schicksal!

Sollte ein wundertätiger, hellsichtiger Heiland nicht in der Lage sein, seinen heilsnotwendigen Tod am Kreuz vorherzusehen? Jeden Tag laufen unzählige Menschen zu Hellsehern und glauben Youtube-Videos, die regelmäßig Katastrophen vorhersehen, die noch nie eingetroffen sind. Wenn aber ein Mann wie Jesus den Tod am Kreuz erleidet, dann traut ihm niemand zu, dass er das schon lange vorher wusste?

Niemand glaubt seinen Worten in der Bibel

Christen müssen eigentlich nur lesen können und dem NT ein Mindestmaß an Glaubwürdigkeit zugestehen, was es zweifellos verdient. Sieben Mal (!) lesen wir von der Ankündigung seines Todes und der Auferstehung:

  • Bei Mt 12,38ff. kündigt Jesus ein Zeichen als Messias an. Wie der vom Wal verschluckte Prophet Jona werde er nach drei Tagen (!) wieder herauskommen.
  • Nach seiner Verklärung auf dem Berg Tabor sagt Christus den verstörten Jüngern, sie sollen es nicht erzählen, „bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist“ (Mt 19,9; Mk 9,9).
  • Auf dem Weg nach Jerusalem, wo er sterben würde, hat Jesus seinen Jüngern drei Mal seine bevorstehende Kreuzigung angekündigt. Klar und unmissverständlich spricht er wortwörtlich von seinem Tod am Kreuz durch die Machtinhaber und seiner Auferstehung (z.B. Mk 10,33f.).
  • In Jerusalem angekommen hält er eine öffentliche Rede. Er verbindet sie mit der Ankündigung seiner Kreuzigung als „Erhöhung über der Erde“ (Joh 12,32ff.).
  • Die Tempelvertreibung rechtfertigt er mit der Autorität des zur Auferstehung fähigen Messias: Der Tempel werde niedergerissen (sein Tod) und er ihn in drei Tagen wieder aufbauen (Auferstehung), Joh 2,19ff.
  • Beim letzten Abendmahl spricht Jesus vom bevorstehenden Leiden und Auferstehung (Lk 22,15ff., Mt 26,32).
  • Er kündigte sogar wörtlich das Treffen mit seinen Jüngern nach seiner Auferstehung in Galiläa an, was dann tatsächlich stattfand (Mt 26,32; Mk 14,28)!

Wahre Macht besiegt den Tod am Kreuz

Jesus wusste also genau, was kommen würde und hat es selbst gewollt. Die Frage, warum er seinen Tod am Kreuz nicht verhindert hat, stellt sich deshalb gar nicht. Er hätte gekonnt, aber aus Liebe zu seiner Mission ließ er den heilsnotwendigen Tod am Kreuz zu. Ja, er hätte gekonnt, aber wahre Macht besiegt den Tod und verhindert ihn nicht:

  • Historisch ziemlich unstrittig gab es genug Anhänger und unzufriedene Juden, die nur allzugerne mit ihm einen Aufstand gegen die Römer angezettelt hätten.
  • Bei seiner Verhaftung hält Jesus die konfliktbereiten Jünger zurück. Er erklärt, er könne sofort Legionen Engel zum Schutz erbitten, aber dies sei nicht sein Weg, da er die Schrift vom prophezeiten Messias erfüllen wolle.
  • Sowohl beim Verhör des Hohen Rates als auch bei dem ohnehin unsicheren Pilatus hätte er ganz leicht seiner Verurteilung entgehen können. Stattdessen liefert sich Jesus wohlwissend selbst ans Kreuz, denn er bekennt, der Messias und Gottes Sohn zu sein.
  • Beim letzten Abendmahl spricht Jesus über seinen baldigen Tod. Er erklärt, dass der Herrscher der Welt keine Macht über ihn habe, er aber aus Liebe den Willen seines Vaters erfülle (Joh 14,30f). Und ähnlich schon bei früherer Gelegenheit: „Ich gebe mein Leben hin, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, ich gebe es aus freien Stücken. Ich habe Macht, es hinzugeben und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich vom Vater erhalten“ (Joh 10,17f.).

Klingt das nach einem hilflosen Opferlamm und Spielball überlegener Staatsmächte? Warum hört man das nie im Schulunterricht oder Gottesdienst? Weil Kirche und Theologen es selbst nicht glauben, nicht wirklich.

Jesus als Sieger über den Tod am KreuzHerz-Jesu-Gemälde: Liebe überwindet das Kreuz

Jesus hat den Tod am Kreuz weder gemieden noch bekämpft, sondern angenommen und „überwunden“. Die wahre Macht eines wahren Siegers braucht dazu Liebe. Auf dieser Liebe beruht die von Jesuiten gegründete Herz-Jesu-Tradition (rechtes Bild).

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Alle lassen Jesus am Kreuz hängen

Weder Theologie noch Kirche können den wahren Jesus, den vollmächtigen „Liebestäter“, annehmen. Jesu Leiden am Kreuz bestimmt das Tagesgeschäft.

Natürlich bestätigt jeder eifrig kopfnickend, dass Jesus seinen Tod am Kreuz opferbereit zugelassen hat. Er ist nicht unfreiwillig unter die Räder gekommen und er hat nicht versagt. Spätestens beim Thema Auferstehung stellen sich dann Kirche und (meist) Theologen gerne auf die Seite ihres wundertätigen Messias, Erlöser und Gottes Sohn. Oft bestehen gläubige Christen mit Nachdruck darauf, dass Jesus Gottes Sohn ist, zu Recht, wie auf www.martin-dierks.de/ist-jesus-gottes-sohn erklärt.

Doch wie tief sitzt und wie weit trägt dieses Wissen um die vollbewusste Macht des eigenen Heros? Seltsamerweise nicht sehr weit; sonst wäre z.B. längst klar, dass sich ein Christus, Messias, Erlöser und Gottes Sohn nicht unbemerkt von Judas verraten lässt.

Selbst Theologen verstehen es nicht wirklich

Jesu freiwillige Kreuzigung wirkte damals auf Freund und Feind zunächst etwas irrsinnig. Nachvollziehbar. Nachdem sich nun Religion und Theologie 2000 Jahre lang intensiv damit beschäftigt haben, finde ich aber Folgendes viel irrsinniger: Überaus klar und eindringlich erfahren wir aus der glaubwürdigen Bibel, dass Jesus sein Leid am Kreuz vorhersah, als heilsnotwendig akzeptierte und bewusst zuließ, obwohl er es jederzeit hätte vermeiden können. Geistliche und Theologen wissen das natürlich, aber weder sie noch gläubige Christen empfinden es so. Kaum jemand hat es verinnerlicht und handelt so.

Bei Theologen scheint es oft noch nicht mal im Denken wirksame Wurzeln geschlagen zu haben. Denn im Lichte von Jesu vollmächtiger Freiwilligkeit sollte die Sündopfertheorie allen Experten nur ein müdes Lächeln entlocken: Ein Opfertod zur Vergebung unserer Sünden, um einen wütenden Gott zu besänftigen?? Natürlich können starke Emotionen, Macht, Ängste und religiöser Fanatismus das Urteilsvermögen in den Urlaub schicken, wie uns z.B. Terroristen lehren. Aber Theologen?

Warum bei Theologen, die ein natürliches wissenschaftliches Interesse mitbringen und nachlesbare Fakten zwar unterschiedlich bewerten, aber doch wohl kaum ignorieren? Auf die Frage z.B., ob Jesus von seinem Tod am Kreuz geahnt hat, antworten viele in etwa so: „Wir vermuten, dass Jesus seine Taten und Reaktionen einschätzen konnte und ihm irgendwann dämmerte, dass man ihn deshalb töten wolle.“ Hm, da hat die Menschheit richtig Dusel gehabt, dass der Messias keine Dumpfbacke war …

Die Kirche, verliebt in Jesus am Kreuz

Ein Mann liebt Jesus am Kreuz
Verliebt ins Kreuz oder dank Liebe das Kreuz überwinden?

Traurig, aber wahr: Selbst die Kirche mag keinen vollmächtigen Liebestäter als Heiland. Seit nun 1700 Jahren lebt sie mit all ihren Dogmen und Ritualen einseitig den Geist des Leides. Jesus am Kreuz als das zentrale christliche Symbol sagt schon alles. Viel lieber zeigt man auf den leidenden Jesus am Karfreitag als auf den Auferstandenen am Ostersonntag.

Warum schafft es die christliche Kirche nicht, wenigstens beim allerwichtigsten Geschehen, nämlich der Auferstehung, ihrem allerwichtigsten Gebot, nämlich Liebe, Rechnung zu tragen? Einfach nur dadurch, dass sie der Auferstehung den gebührenden Platz einräumt. Und indem sie den leidvollen Tod von Jesus am Kreuz als notwendige, aber in Wahrheit freiwillige, vollmächtige Liebestat anerkennt. Jesus war kein Opfer, sondern Täter, ein Liebestäter.

Wirklich tragisch, denn wozu brauchen Christen eine Kirche, die ihren christlichen Auftrag verrät? Offenbar demonstriert sie damit ihr eigenes gekreuzigt und nicht auferstanden sein. Nur so lässt sich m.E. das kirchliche Bedürfnis erklären, die tiefere Bedeutung von Jesu Kreuzestod in einer stellvertretenden Sündentilgung „für uns“ zu sehen.

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Der Messias als Sündenbock

Jesu Tod am Kreuz reduzieren viele noch immer auf ein sog. Sündopfer. Der Messias als freiwilliger Sündenbock ist einfach, bequem und hilft niemandem.

Nicht nur religiös engagierte Menschen und Gruppen rechtfertigen ihre Interessen und Taten oft willkürlich mit der Bibel. Im Namen der Bibel wurden die schlimmsten Verbrechen begangen und Kriege geführt. Man zeigt auf ein paar Sätze, deutet sie so, wie man es gerne haben will und schon lässt sich buchstäblich alles als „Gottes Wille“ rechtfertigen. Bestimmt hat Jesus genau deshalb nichts Schriftliches hinterlassen.

Der gelehrte Paulus, Mitbegründer des Christentums, schreibt im NT, Jesus sei „für uns am Kreuz gestorben“. Eine sicher wahre, aber recht allgemeine Aussage, die viele mit ihren destruktiven Auslegungen missbrauchen. So entstand die Mär von Jesu Tod als Sündopfer, ähnlich dem sprichwörtlichen Sündenbock. Was ist ein Sündenbock? Der Begriff beruht auf den Opferriten des AT.

Jesu Tod als Sündenbock hilft niemandem

Zorniger Gott braucht Sündenbock bzw. Sündopfer
Ein zorniger Gott… braucht Jesu Tod als Sündenbock? No way.

Anhänger des sog. Sündopfers behaupten: Jesus hat sich stellvertretend für den sündigen Menschen am Kreuz geopfert, der das selbst nicht konnte und wollte. Wie der sprichwörtliche Sündenbock nimmt Jesus also die Sünden anderer auf sich, um damit den heiligen Zorn Gottes zu besänftigen.

Die Idee, dass Paulus in Jesu Tod ein freiwilliges Sündopfer sah, entspringt dem AT. Wer seinen Fehler bereut, konnte sich rehabilitieren, indem er in einem bewussten Ritual z.B. eine Ziege in der Wüste opfert. Jesus soll als freiwilliger Sündenbock gestorben sein?

Als Erklärung für den freiwilligen Tod Jesu am Kreuz ist das Sündopfer so offensichtlich unsinnig, dass es sich nicht lohnt, näher darauf einzugehen. Es gibt noch einige ähnliche, konstruktivere Stellvertretungskonzepte, doch jede Stellvertretung provoziert Missverständnisse und Ablehnung. Christen fragen sich:

  • Kann ein anderer, selbst wenn es Jesus ist, mir meine Sünden wirklich „abnehmen“? Warum gibt es dann noch immer so viel Sünden in der Welt und in mir selbst?
  • Hat Jesus damit nicht einen Freischein erteilt zum sündigen Weitermachen wie bisher, weil er alles abnimmt? Gilt das heute noch und ist das gerecht?
  • Dann muss und kann ich selbst gar nichts tun für meine Erlösung? Was ist mit meinem freien Willen?

Warum hängt die Kirche am Misserfolg?

In einer stellvertretenden Sündentilgung „für uns“ sehen Kirche und Theologie zwar nicht die einzige, aber eine wichtige Bedeutung von Jesu Tod am Kreuz. Doch nicht nur das klassische Sündopfer, sondern ebenso die besseren Stellvertretergedanken werden nie „gute Früchte“ (Mt 7,16) hervorbringen:

  • Ein „anderer“ soll vor 2000 Jahren etwas stellvertretend für alle Menschen getan haben. Das soll eine direkte, erlösende Wirkung auf heutige Menschen haben können? Die wenigsten können sich damit identifizieren, es ist ihnen in vielerlei Hinsicht einfach zu weit weg.
  • Sünde heißt eigentlich „Trennung von Gott“. Wie kann Jesus diese „Sünde“ des Menschen, also seine Ferne von Gott dadurch heilen, dass er mit den Sünden auch das ganze Heilsgeschehen zu sich holt?
  • Es führt weg von der ohnehin kirchlich vernachlässigten Wahrheit, dass Christus bzw. Gott letztlich und eigentlich in uns lebt (Lk 17,21, Logion 3 im Thomas-Evangelium) und der sog. Gotteskindschaft aller Menschen.
  • Angesichts der obigen Schwierigkeiten wird es nie gelingen, die ursprünglich konstruktive Erkenntnis von Paulus hinter dem „für uns gestorben“ dem Gläubigen verständlich zu machen.
  • Es steht in Widerspruch zu der sehr viel eindeutigeren Aussage von Jesus selbst über den Sinn seines Todes am Kreuz: Wer mir nachfolgen will, der „nehme sein Kreuz auf sich“ (Mk 8,34)

Jesus nachfolgen und auferstehen

Wer mir nachfolgen will, der „nehme sein Kreuz auf sich“ (Mk 8,34). Mit dem „Kreuz“ meint Jesus nicht zuletzt die von Gott trennenden Fehler und Schwächen, also „Sünden“. Er beschreibt den Heilsweg aus Tod und Auferstehung so, dass jeder sein eigenes Kreuz und Sünden annehmen muss.

Der einzige echte Experte, Jesus selbst, betont also das genaue Gegenteil von jeglicher Stellvertretung: Ich habe es euch vorgelebt, jetzt könnt ihr es mit eurem Kreuz nachmachen, indem ihr es annehmt und dann „auferstehen“. Warum dann irgendeine „wegnehmend-stellvertretende Sündenerlösung“ in Jesu Tod „für uns“ hineindeuten?

Paradiesvertreibung, Jesu Tod zeigt den Weg zurück
Das Paradies verlassen, doch Jesus zeigt den Weg zurück zu Gott

Warum starb Jesus am Kreuz? Niemand braucht unglückselige Stellvertreter-Erklärungen. Jesus selbst gibt eine klare Antwort: Er ist freiwillig und vollmächtig aus Liebe zu Gott und den Menschen am Kreuz gestorben, um damit einen Weg vorzuleben, dem wir nachfolgen können. Einen Weg, der uns im Leben auferstehen lässt und zu Gott führt.

Ein bekanntes und wichtiges Zitat von Jesus wirft das gleiche Licht auf die Warum-Frage: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich“ (Joh 14,6). Ein Weg, den wir selbst gehen müssen, können und dürfen. Was das genau bedeutet, darum geht es auf der nächsten Seite: sein Kreuz annehmen, tragen und Jesus nachfolgen.

(Autor: Martin Dierks)

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