Spirituelle Psychotherapie nach Jung und spirituelle Krise

Inhaltsverzeichnis:

  1. Spirituelle Psychotherapie, die Nadel im Heuhaufen
  2. Spiritualität, das blinde Auge einer Therapie
  3. Niemand lehrt eine echte spirituelle Psychotherapie
  4. Brauchen wir denn mehr spirituelle Therapie?
  5. Spirituelle Psychotherapie nach Jung als rühmliche Ausnahme
  6. Religiöse Spiritualität und „Selbst-Verwirklichung“
  7. Spirituelle Therapie: Heilung als Brücke zum Selbst
  8. Spirituelle Krise: psychologisch und spirituell wachsen
  9. Was ist eine spirituelle Krise?
  10. Immer auch eine psychische Krise
Rettende himmlische Hand symbolisiert spirituelle Psychotherapie

Spirituelle Psychotherapie, die Nadel im Heuhaufen

Die übliche Therapie ignoriert spirituelle Aspekte der Krankheit und setzt auch keine spirituellen Mittel ein. „Spirituelle Psychotherapie“ ist Mangelware.

Dass in unserem Gesundheitssystem Spiritualität einen eher schweren Stand hat, überrascht nicht wirklich. Kennen Sie einen Arzt oder Heilpraktiker, der sich z.B. um die spirituelle Bedeutung von Krankheiten kümmert? Wir sind eben eine eher an der Wissenschaft und am Körperlichen interessierte Kultur. Speziell in der Psychotherapie wären spirituelle Elemente aber durchaus naheliegend. Und dennoch fehlen sie hier ganz genauso wie in der übrigen Medizin.

Spiritualität, das blinde Auge einer Therapie

Zunächst zum Patienten und seiner Krankheit. Inwiefern kommt hier das Spirituelle bei einer Therapie zu kurz? Jeder Patient ist ein Mensch, der irgendeine Spiritualität besitzt. Und jede Krankheit hat nicht nur, aber eben auch eine spirituelle Dimension. Leider suchen jedoch weder die Kranken selbst noch das therapeutische Auge der Behandler nach den spirituellen Ursachen und Bezügen der Krankheit. Die Therapie ist blind auf diesem Auge.

Die Psychotherapie widmet sich der Psyche, dem Reich des menschlichen Geistes und der Seele. Diese drei Spielfelder klingen zwar so, als ob Spiritualität ein durchaus passendes, lauschiges Plätzchen darin finden könnte. Dem ist aber nicht so.

Der Mensch bildet eine Trinität aus Körper, Geist und Seele. Die Psychotherapie befasst sich mit Geist und Seele des Patienten, ohne aber die Spiritualität anzufassen. Denn „Geist“ meint das Geistig-Mentale bzw. Kognitive: Verstand und Denken, Wahrnehmung, Gedächtnis ect. Und mit der „Seele“ meint die Psychotherapie Gefühle und Emotionen, Bedürfnisse und Verhalten, also die Psyche.

Auf www.freieseelen.de/was-ist-die-seele erfahren Sie ausführlich, warum zur menschlichen Seele Spirituelles eigentlich mit dazu gehört, Stichwort unsterbliche Seele, Seelenwanderung oder eine alte Seele sein. Unsere heutige Medizin blendet diese Aspekte aber aus. Es gibt also keine etablierte spirituelle Psychotherapie, die auf die Spiritualität von Patient und Krankheit abzielt.

Frau alleine auf Couch, ohne spirituelle PsychotherapieTherapeut mit Kompetenz, aber ohne Spiritualität

Wer eine spirituelle Psychotherapie sucht, der sitzt oft allein auf der Therapie-Couch. Reicht gelernte Hochschulkompetenz und seriöse Erscheinung mit Gelehrten-Brille für Therapie-Erfolg (rechtes Bild)?

Niemand lehrt eine echte spirituelle Psychotherapie

Gehen wir nun auf die andere Seite der Therapie-Couch, zur Person des Therapeuten und seiner gelernten Arbeitsweise. Finden wir hier mehr, was spirituellen Charakter hat und an eine spirituelle Psychotherapie erinnert? Nein, hier herrscht der gleiche Mangel an Metaphysik, Transzendenz und Religion: Therapeuten arbeiten mit wissenschaftlicher Methodik, analytischem Verstand und mit ihrem Einfühlungsvermögen (Empathie). Letzteres spielt vor allem in der Gesprächstherapie nach Rogers eine große Rolle.

Verstand und Empathie sind natürlich unerlässliche Instrumente, keine Frage. Vieles spräche aber ebenso gewichtig für eine spirituelle Psychotherapie, bei der sich der Therapeut z.B. seiner Intuition bedient oder Reinkarnationsarbeit integriert. Die meisten Behandler sind studierte Ärzte oder Psychologen mit zusätzlicher Psychotherapie-Ausbildung. Ein Hochschulstudium für ohnehin oft einseitig intellektuelle Menschen bietet keinerlei Nährboden für eine spirituelle Therapie.

Fazit: Auf beiden Seiten, bei Patient und Psychotherapeut, bleibt Spiritualität außen vor. Man könnte fast meinen, es sei etwas Lebensfremdes, das keinen Platz in einer Therapie hat. Nichts könnte falscher sein, denn letztlich sind alle Probleme spiritueller Natur. Und gerade von der metaphysischen Ebene geht die größte Heilkraft aus.

Patient in spiritueller Therapie, konzentriert auf Licht
Spirituelle Therapie: fokussierter Blick auf Spirituelles …

Sicherlich, das konkrete Leiden des Patienten kann etwas Spirituelles zum Thema haben, z.B. eine spirituelle Krise. Und ja, es gibt ein paar Außenseiter-Verfahren sowie individuelle Therapeuten, die z.B. im Rahmen einer ganzheitlichen Psychotherapie Meditationen, Rückführungen und Energiearbeit einbinden.

Alles in allem herrscht aber eine Spiritualitätswüste mit nur wenigen Oasen vor. Eine eigene, vollwertige spirituelle Therapie bzw. Psychotherapie fehlt.

Brauchen wir denn mehr spirituelle Therapie?

Sie fragen sich vielleicht, warum spirituelle Therapie, also etablierte spirituelle Methoden der Nadel im Heuhaufen ähneln. Primär deshalb, weil die Methoden wissenschaftlich anerkannt sein sollten; aus gesetzlichen, wirtschaftlichen und politischen Gründen. Gerade eine spirituelle Therapie wird sich aber immer schwer tun, das Ob und Wie ihrer Wirksamkeit wissenschaftlich nachzuweisen. Das liegt z.T. in der Natur von Spiritualität, z.T. wollen die Entscheidungsträger einen solchen Nachweis gar nicht anerkennen.

Brauchen wir überhaupt mehr spirituelle Psychotherapie? Ich habe das bislang stillschweigend als ganz selbstverständlich unterstellt, was es natürlich nicht ist. Hat eine spirituelle Therapie Vorteile und Erfolgspotentiale, die ihre Förderung und Anwendung rechtfertigen und lohnen? Allerdings, viele gute Gründe sprechen dafür. Im Wesentlichen sind es die gleichen, die ich bereits auf der Seite über spirituelle Medizin erläutert habe.

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Spirituelle Psychotherapie nach Jung als rühmliche Ausnahme

Die Psychotherapie nach Jung stellt die spirituelle Verbindung des Patienten wieder her und fördert dessen „Selbst-Verwirklichung“. Sie ist die einzige etablierte „spirituelle Psychotherapie“.

Wenngleich sich unter den bekannten Verfahren keine explizit spirituelle Therapie befindet, so gibt es doch eine Ausnahme, die Spiritualität substantiell verwirklicht: Die Analytische Psychotherapie nach Jung, die ich auch in meiner eigenen Arbeit anwende. Carl Gustav Jung, Mitstreiter von Psychoanalyse-Erfinder Sigmund Freud, stellt im Gegensatz zu Freud eine religiös-spirituelle Philosophie ins Zentrum seiner Therapie.

Religiöse Spiritualität und „Selbst-Verwirklichung“

Jung sah die institutionelle Religion, also die Kirche, eher skeptisch, sympathisierte aber leidenschaftlich mit den östlichen Religionen. Er erkannte die immense Bedeutung von Religion und Spiritualität für die geistig-seelische Gesundheit und Entwicklung des Menschen. Sein Horizont war weit genug, den religiös-spirituellen Baustein mit Psychologie und Psychotherapie zu verbinden. So entstand defacto eine spirituelle Psychotherapie, die sich aber nie so nannte.

Bunter Baum, symbolisiert Psychotherapie nach Jung
Psychotherapie nach Jung: ganzheitlich wachsen

Psychoanalytiker C.G. Jung entwarf das Konzept der „Selbst-Verwirklichung“. Anders als das Ich strebt das Selbst in uns nach Ganzwerdung, innerem Wachsen und Bewusstsein. Letztlich ist es das Göttliche in uns, das nach individuellem Ausdruck im menschlichen Leben sucht. Das Selbst hat daher immer religiösen, spirituellen Charakter und somit auch die Psychoanalyse nach Jung.

Die spiritelle Psychoanalyse nach Jung arbeitet mit Traumdeutung. Wir finden das Selbst in unseren Träumen als Ganzheitssymbole, z.B. Mandalas, Sonne, vielfarbig symmetrische Dinge.

Spirituelle Therapie: Heilung als Brücke zum Selbst

Psychische Störungen drücken einen verlorenen höheren Lebenssinn aus, so Jung. Seine Lehre deutet Krankheiten daher immer auch als eine spirituelle Krise im Sinne einer Heilungskrise. Jung verstand Krankheit als Aufruf zu geistig-seelischer Entwicklung und spirituellem Wachstum. Heilung braucht irgendeine spirituelle Therapie, denn sie geschieht durch die wiederhergestellte Verbindung zum Selbst. In gewissem Sinne ging es also um spirituelle Heilung, wenngleich natürlich ohne handauflegende Energieübertragung ect.

Durch diese Art spirituelle Therapie leistet der Behandler das, was eigentlich die Aufgabe Geistlicher wäre: Er wird ein Stück weit zum Brückenbauer zu Gott für andere. In der christlichen Geschichte war der Priester nämlich ein sogenannter „Pontifex“, wörtlich übersetzt ein Brückenbauer.

Handschlag zwischen Spiritualität und Psychotherapie
Spirituelle Psychotherapie, d.h., beides greift ineinander

Eindrucksvoll beweist die Jung’sche Lehre, wie innig Psychotherapie und Spiritualität eigentlich zusammenhängen und wie wirksam beide konstruktiv ineinandergreifen können. Seine spirituelle Psychotherapie lässt ahnen, wie sehr das Spirituelle den heutigen Therapien fehlt.

In der Praxis hängt der Erfolg dann natürlich noch von weiteren Faktoren ab, z.B. ob Patient und Therapeut zusammenpassen.

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Spirituelle Krise: psychologisch und spirituell wachsen

Eine spirituelle Krise verbindet psychologische und spirituelle Probleme, was besonders große Entwicklungschancen bietet.

Was genau bedeutet es, eine spirituelle Krise zu durchleben? Im Wesentlichen lassen sich drei Fälle unterscheiden. Bei allen dreien spielen Gefühlsprobleme eine Rolle und lohnt es sich, die Herausforderung anzunehmen: Ein paar Schritte auf der „Himmelsleiter“ warten auf ihre Eroberung.

Was ist eine spirituelle Krise?

Viele verlieren durch ein einschneidendes Erlebnis oder Ereignis ihren Glauben an Gott. Sie quälen sich mit Fragen wie „Warum passiert das ausgerechnet mir, der ich immer ein guter Mensch war?“ und „Wie kann Gott so etwas zulassen?“ Nicht wenige der Betroffenen wenden sich von ihrer Religion ab, ausgelöst durch die spirituelle Krise. Viele bevorzugen nicht-religiöse Hilfen, z.B. eine Psychotherapie, alternativ-ganzheitliche Therapie, Beratung oder Selbsterfahrungsreisen, Pilgerreisen.

Leidender Hiob aus dem AT und seine spirituelle Krise
Hiobs spirituelle Krise im AT: extrem, lehrreich, Happy-End

Krisengebeutelte der zweiten Gruppe machen das genaue Gegenteil: Sie wenden sich nach dem einschneidenden Erlebnis Gott und der Religion besonders intensiv zu, suchen z.B. die christliche Spiritualität. Die spirituelle Krise führt sie außerdem zu den großen Sinnfragen „Wozu lebe ich?“ und „Was will Gott von mir?“

Die Antworten der Kirche sowie deren verkümmerte Spiritualität befriedigen nur wenige. Viele fühlen sich weder ausreichend getröstet noch aufgefangen, zweifeln aber mehr an sich selbst als an ihrer Religion bzw. Kirche.

Nicht immer braucht eine spirituelle Krise ein besonderes Ereignis. Spirituelle Krisen treten häufig ohne offensichtliche Gründe auf, z.B. in Verbindung mit einer Midlife-Crisis. Altersbedingt kommen viele zwischen 40 und 55 Jahren an einem Punkt, an dem sie schmerzhaft spüren: Es muss noch etwas Anderes geben im Leben, einen höheren Lebenssinn. Da muss doch noch „mehr“ sein. Man fühlt sich plötzlich grundlos unerfüllt und unzufrieden, lebensmüde.

Immer auch eine psychische Krise

Spirituelle Krisen gehen eigentlich immer mit starken Gefühlsschwankungen einher; vor allem Depressionen sind häufige Begleiter. Noch mehr als andere Umbrüche schenkt gerade die spirituelle Krise dem Betroffenen große Entwicklungsspotentiale, in psychologischer und spiritueller Hinsicht. Gerade die gleichzeitige Kombination aus psychologisch-spiritueller Herausforderung macht sie zu einer ganz besonderen Chance.

Frau hat spirituelle Krise mit Depressionen
Spirituelle Krise: Depressionen und große Entwicklungschancen

Sinnvolle Hilfe vereint daher am besten beides, also Psychologie und Spiritualität. So wie z.B. die oben vorgestellte spirituelle Psychotherapie nach Jung oder eine ähnlich gelagerte psychologische Beratung. Eine effektive Begleitung erfordert nämlich nicht immer eine Therapie, oft genügt eine professionelle Beratung.

Bei einer Psychotherapie nach Jung sollten Hilfesuchende darauf achten, inwieweit der Jung’schen Verpackung tatsächlich eine spirituelle Therapie innewohnt. Die ursprüngliche Therapie und Lehre von C.G. Jung hat sich in den letzten 100 Jahren teilweise verändert. Es haben sich unterschiedliche Richtungen herauskristallisiert und nicht alle Therapeuten stellen die Spiritualität in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Grundsätzlich passt eine spirituelle Krise sehr gut in die Arbeit eines Jung-Therapeuten, doch klären die Patienten dies am besten im Erstgespräch.
Näheres dazu auf www.freieseelen.de meiner Website über ganzheitliche Psychotherapie und Beratung.

(Autor: Martin Dierks)

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